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Worauf du beim Kauf eines günstigen Rasiermessers achten solltest

Worauf du beim Kauf eines günstigen Rasiermessers achten solltest

Trivial? Dass es billig ist? Falsch! Natürlich spielt beim Wunsch nach einem günstigen Rasiermesser der Preis eine Rolle. Aber „billig“ ist trotzdem nicht erstrebenswert – zumindest, wenn man billig mal im allgemein vorherrschenden Sprachgebrauch verwendet. Dann heißt „billig“ nämlich „Schrott“ und „günstig“ steht synonym für „Schnäppchen gemacht, funktioniert aber tadellos“.

Zurück zum Thema und weg von linguistischen Haarspaltereien:

Was zeichnet ein günstiges Rasiermesser aus?

Dass es unabhängig vom günstigen Preis ein tadelloses Rasurergebnis liefert! Ohne Hautirritationen und ohne dass du das Gefühl hast, du würdest im Winter die Frontscheibe des Wagens freikratzen. Welcher Teil des Rasiermessers ist dafür zuständig? Klar, die Klinge. Und an eben der wird bei günstigen Rasiermessern meist gespart. Aus zwei Gründen: Zum einen, weil die Klinge für gewöhnlich an jedem Rasiermesser das teuerste Teil ist und sie daher auch das größte Einsparpotential für den Hersteller bietet. Zum anderen, weil vor allem Neueinsteiger nicht wissen, worauf es ankommt. Und die sind eine der Haupt-Zielgruppen für günstige Rasiermesser. Wer noch nicht weiß, ob die Rasur mit einem traditionellen Messer etwas ist, gibt nicht so viel dafür aus. Neueinsteiger neigen dazu, eine rostfreie Klinge für qualitativ hochwertiger und damit die bessere Alternative zu halten und fallen außerdem eher auf Blingbling herein. Coole Verzierungen geben oft den Ausschlag für die Kaufentscheidung – wie im echten Leben: Der Mensch neigt nun einmal dazu, den Wert am äußeren Erscheinungsbild festzumachen. Fataler Fehler!

Die Klinge ist das Herz – auch bei günstigen Rasiermessern für Einsteiger!

Ohne vernünftige Klinge keine vernünftige Rasur. Und ohne vernünftige Rasur wirst du keine Freude an einem Rasiermesser haben. So einfach ist die Rechnung. Was nützen die coolste Verzierung auf der Klinge, oder ein Griff, der bei Vollmond von einem Kobold mit einem Goldstück aus dem Horn eines Einhorns geschnitzt wurde, wenn das Rasiermesser eigentlich nur zum Zuspachteln von Bohrlöchern taugt? Und das Argument, dass für den Anfang die Klinge ja noch nicht so gut sein muss, weil man eh erst mal die Handhabung lernen muss und es um das Feeling geht, ist sträflich falsch! Selbst Profis haben Schwierigkeiten, eine billige Klinge zu führen. Mit einem Rasiermesser, das nicht richtig scharf zu kriegen ist, kannst du kein Gefühl für den richtigen Anstellwinkel und eine gleichmäßige Führung entwickeln. Du kratzt einfach nur damit in deinem Gesicht rum. Vielleicht kriegst du damit trotzdem ein paar Barthaare ab – an den Stellen wirst du dafür im Anschluss einen ordentlichen Rasurbrand haben.

Worauf du bei der Klinge eines günstigen Rasiermessers achten solltest

Wie bereits erwähnt, ist die Klinge in der Herstellung für gewöhnlich das teuerste an einem Rasiermesser. Der Preis wird durch das verwendete Material, die Zeit der Herstellung und den bei der Produktion entstehenden Ausschuss bestimmt.

Das Material der Rasiermesserklinge

Edelstahl ist rostfrei und das klingt irgendwie wertiger und nach der Spitze der Technik. Vor allem für einen Artikel, der regelmäßig mit Wasser in Berührung kommt. Außerdem sind Edelstahlklingen in der Herstellung vergleichsweise günstig. Ist es also nur übertriebenes Traditionsbewusstsein, dass die richtig teuren Rasiermesser aus altmodischem Kohlenstoffstahl bestehen, der bei unsachgemäßer Pflege Rost ansetzt?

Nein. Auch, wenn Kohlenstoffstahl leicht mit anderen Stoffen reagiert und deshalb anläuft oder rostet, hat er gegenüber rostfreien Stählen einen erheblichen Vorteil: Er ist deutlich härter. Für Rasiermesser bedeutet das, er kann dünner ausgeschmiedet und gut geschärft werden und hält die Schärfe deutlich länger als Edelstahl. Und wem Kohlenstoffstahl trotzdem zu altbacken erscheint, der nennt ihn einfach Karbonstahl. Schon klingt es modern und nach Hightech. Der Kohlenstoffstahl kann zusätzlich zu seinem Hauptbestandteil Eisen bis zu 2,1% Kohlenstoff enthalten. Je nach Kohlenstoffgehalt und Verarbeitung erhält er eine Härte bis ungefähr 65 HRC. Das Härten des Stahls ist aufwendig und damit auch teuer in der Produktion. (Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es mindestens einen rostfreien und trotzdem härtbaren Edelstahl gibt. Da der aber so gar nichts mit günstigen Rasiermessern zu tun hat, kannst du die Info an dieser Stelle auch wieder vergessen.)

Kurzum: Auch, wenn es günstig sein soll, such nach einem Rasiermesser mit einer Klinge aus Kohlenstoffstahl und einer Härte von mindestens 59 HRC. Mit allem anderen wirst du auch als Anfänger nicht glücklich.

Darf’s ein bisschen Beil sein? – Der Klingenschliff

Der Schliff der Klinge ist der nächste kostenbestimmende Faktor. Man unterscheidet zwischen einem derben Schliff, der auch als „Beil“ oder keilförmig bezeichnet wird, und verschiedenen Arten des Hohlschliffs. Beil erklärt eigentlich schon alles: Der Querschnitt der Rasiermesser-Klinge ist keilförmig geschliffen – der Klingendurchmesser nimmt vom Rücken zur Schneide gleichmäßig ab. Günstig in der Herstellung, aber für Anfänger eher nicht geeignet, da die Klinge wenig bis gar nicht flexibel ist und dadurch die Rasur und das Handling erschwert.

Hohlschliffe machen die Klinge des Rasiermessers dünner und dadurch flexibler. Je nachdem, wie weit der Schliff in Richtung des Klingenrückens geht, unterscheidet man zwischen Viertel-, Halb- und Vollhohlschliff. Dazu kommen dann noch die Spezialformen Extrahohlschliff und Extrahohlschliff mit Wall. In der Herstellung steigen die Kosten in genau dieser Reihenfolge, da der Schliff zunehmend aufwendiger wird und damit auch der Ausschuss steigt.

Auch wenn es verlockend ist, sich einen robusten, leicht zu schleifenden und günstigen Keilschliff zuzulegen, als Anfänger solltest du die Finger davon lassen! Such lieber nach einem günstigen Rasiermesser mit Hohlschliff.

Wem, außer Anfängern, nutzen günstige Rasiermesser?

Tatsächlich bietet sich ein günstiges Rasiermesser vor allem für den Urlaub an. Da eigentlich niemand gerne ein teures Rasiermesser auf Reisen mitnimmt, suchen hier viele nach einer Alternative. Die Shavette wird gern auf Reisen mitgenommen. Wer jedoch im tiefsten Nirgendwo versucht, Wechselklingen zu bekommen, der kommt durchaus auch mal mit Gestrüpp im Gesicht aus dem Urlaub zurück. Geht auch – ohne Frage. Aber dann kann man sich das Einpacken des Equipments gleich sparen. Ökologisch gesehen ist das mit den Wechselklingen auch so eine Sache. Ein günstiges Rasiermesser, um das man sich keine Sorgen machen muss, ist hingegen der perfekte Reisebegleiter.

Fazit

Es ist absolut verständlich, dass man in bestimmten Situationen auf ein günstiges Rasiermesser zurückgreifen will. Trotzdem solltest du darauf achten, dass es seine Aufgabe auch erfüllen kann. Und das kann es nur mit einer guten Klinge. Alles andere ist egal. Der Griff darf aus Plastik sein. Aber die Klinge sollte mindestens die folgenden Attribute mitbringen:

  • eine gute Stahlqualität: Kohlenstoffstahl mit einer Härte von mindestens 59 HRC
  • den richtigen Schliff: ein Hohlschliff verleiht mehr Flexibilität

Und weil wir von A.P. Donovan das wissen, haben wir ein genau solches Rasiermesser im Programm. Es ist günstig – aber nicht billig. Etwa 90% der Produktionskosten fließen in die Klinge. Der Rest ist einfach nur funktional.

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