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Bartclub: Bearded Villains – die bärtigen Bösewichte

Bartclub: Bearded Villains – die bärtigen Bösewichte

Für die Bearded Villains wirkt der Oberbegriff „Bartclub“ zu kurz gegriffen. Sie sind eine weltweite Bruderschaft, die 2014 in Los Angeles ihren Ursprung nahm. Ihr Spirit breitet sich seither aus. Laut der Homepage der Bearded Villains gibt es inzwischen unter anderem in Deutschland, Canada, Griechenland, den Niederlanden, Australien, Mexiko, 25 Staaten der USA und in England aktive Subgruppen (Chapter). Genaue Mitgliederzahlen sind nicht zu finden.

Wie wird man ein Bearded Villain?

Der Präsident der Bearded Villains ist Frederick Von Knox aus Los Angeles, der nicht nur einen imposanten Bart, sondern auch einen imposanten Instagram Account vorweisen kann. Überhaupt läuft bei den Bearded Villains viel über Instagram. So kommt es, dass neben einem Bart ein aktiv genutzter Instagram-Account zwingend notwendig ist, um Teil der Bruderschaft zu werden. Sogenannte Prospect Scouts halten Ausschau nach neuen Mitgliedern. Sie sind auch die erste Hürde, wenn man sich aktiv um eine Aufnahme bewerben will.

Aufgrund des Aufnahmeprozederes, das sowohl das Instagram-Portfolio als auch die Follower und Like-Aktivitäten genau unter die Lupe nimmt, behaupten böse Zungen, dass es den Mitgliedern in erster Linie um die Selbstdarstellung geht. „Famegeil“ seien sie. Ein objektiver Blick von außen sieht jedoch eher nach einer gewachsenen Struktur aus. Nach einem Ritual, das sich nun einmal so entwickelt hat.

Bearded Villains auf Instagram

Die Bilder, die man unter dem Hashtag #beardedvillains und in den Accounts der Mitglieder findet, spiegeln die Vielfalt der Bruderschaft wieder. Bärtige Hünen, die grimmig in die Kamera blicken. Weißbärtige Gentlemen mit Weste und Dufflecoat. Einer, der Holz hackt und dabei nur mit seinem Bart bekleidet ist.

Viele der Bilder sehen inszeniert aus und trotzdem wirken die wenigsten aufgesetzt. Mit ihren Bildern zelebrieren die Mitglieder der Bearded Villains nicht nur ihre Bärte und ihre Bruderschaft, sondern sie zeigen auch ihren individuellen Stil, ihre Muskeln, Tattoos und ihre Lieben. Fotos in Action und im Alltag. Ästhetisch, albern, lustig, bierernst. Von sich allein oder mit ihren Kindern, ihren Hunden, Frauen oder Männern. Ja, auch bärtige Paare findet man bei den Bearded Villains. Im Account der Bearded Villains Sweden gibt es dazu passend Bilder von einem Trupp mit bunt gefärbten Bärten und einer Regenbogenfahne. Wer auf gute Fotos oder Bärte steht, der sollte auf jeden Fall mal auf Instagram vorbeischauen. Es lohnt sich wirklich.

Wie der erste Blick doch täuschen kann

Ich bin fast sicher, dass die meisten instinktiv die Straßenseite wechseln, wenn ihnen eine Gruppe Bearded Villains entgegenkommt. Doch die Bearded Villains sind anders, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Harte Schale, weicher Kern. Mit Manpower und Charity-Veranstaltungen helfen sie, wo immer es ihnen nötig erscheint. Sie sammeln für Kinderheime, Tiernotstationen und Obdachlosenzeitungen, renovieren Obdachlosenunterkünfte oder veranstalten eine Schneeparty für krebskranke Kinder in Texas.

Wer Gutes tut oder Hilfe braucht, kann sich auf die Bearded Villains verlassen. Sie bilden ein bärtiges Bollwerk gegen jegliche Art von Ausgrenzung, Rassismus, Homophobie und Mobbing und treten ein für mehr Toleranz und weniger Vorurteile. Auf der Website der Bearded Villains Sweden existiert dazu ein absolut sehenswertes Promo-Video.

Umso lustiger ist, dass ausgerechnet die Bearded Villains Sweden 2015 für einen kurzen Moment unter Terrorverdacht standen.

 

 

Photo by Alex Hockett on Unsplash

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